AESCA-Preisträger 2004: Dr. Gunter SturmAESCA-Preisträger 2004 - Dr. Gunter Sturm

 

Prämiiert wurde die Arbeit:

 

Sturm G, Kränke B, Rudolph C, Aberer W: Rush Hymenoptera venom immunotherapy: a safe and practical protocol for high-risk patients. J Allergy Clin Immunol 110: 928-933 (2002)

 

Zusammenfassung:

Schnellhyposensibilisierung mit Hymenopterengift – ein sicheres und praktikables Protokoll für Hochrisikopatienten

 

Hintergrund: Die spezifische Immuntherapie mit Insektengift ist eine etablierte Methode um zukünftige anaphylaktische Reaktionen nach einem Bienen-, Wespen- oder Hornissenstich zu verhindern. Mittlerweile gibt es sehr viele unterschiedliche Schemata für die Steigerungsphase, die stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt werden kann.

Ziel: Daten von Hochrisikopatienten, die in den letzten 8 Jahren eine spezifische Immuntherapie erhielten, wurden ausgewertet und mit den Ergebnissen von 26 internationalen Studien, die zwischen 1978 und 2001 publiziert worden sind, verglichen.

Methodik: 101 Patienten, die auf einen Bienen-, Wespen-, oder Hornissenstich mit einer generalisierten anaphylaktischen Reaktion reagiert hatten, wurden mit einer speziellen stationären Immuntherapie behandelt. Diagnose und Auswahl der Patienten erfolgte nach den Empfehlungen der European Academy of Allergology and Clinical Immunology (EAACI). Wir verwendeten ein viertägiges Schema, wobei jedem Patienten am Beginn jedes Behandlungstages intravenös Antihistaminika  verabreicht wurden. Das Auftreten von Nebenwirkungen und der Schweregrad dieser Reaktionen wurden dokumentiert.

52 Patienten wurden mit Bienengift und 49 mit Wespengift behandelt.

Ergebnisse: 100 Patienten (99%) konnten die Erhaltungsdosis erreichen; es wurden 8 Nebenwirkungen (0,47% bezogen auf alle Injektionen) bei 7 Patienten (6,9%) beobachtet. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen war bei Patienten, die mit Bienengift behandelt wurden wesentlich größer (12%) als bei Wespengiftallergikern (2%). Hinsichtlich der Nebenwirkungen konnte kein geschlechtsspezifischer Unterschied festgestellt werden. Generell lag die Häufigkeit von Nebenwirkungen bei 6,9%, also weit unter dem Durchschnitt aus der Literatur, wo wir eine Häufigkeit von 17,8% errechneten.

Schlussfolgerung: Unsere achtjährige Erfahrung mit unserem Impfprotokoll mit vornehmlich Hochrisikopatienten zeigt, dass unser Schema sehr nebenwirkungsarm ist, insbesondere wegen der hohen Anzahl an Bienengiftallergikern. Wir mussten keinem Patienten während der Behandlung Adrenalin als Notfallmedikation verabreichen; das Schema erwies sich als sicher und patientenfreundlich.

 

> zurück