Dr.
Christina Ambros-Rudolph -
Rudolph CM, Al-Fares S,
Vaughan-Jones SA,
Müllegger RR, Kerl H, Black MM:
"Polymorphic eruption of pregnancy: clinicopathology and potential trigger
factors in 181 patients"
British Journal of Dermatology 154: 54-60 (2006)
Deutsche Kurzfassung:
Polymorphe Schwangerschaftsdermatose: Klinik, Pathologie und potentielle Triggerfaktoren in 181 Patienten
Die polymorphe Schwangerschaftsdermatose (engl. “polymorphic eruption of pregnancy”, PEP; synonym mit “pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy”, PUPPP) ist die häufigste spezifische Schwangerschaftsdermatose. Trotzdem sind die Angaben zu ihrem klinischen Erscheinungsbild widersprüchlich und die Pathogenese ungeklärt.
Ziel dieser Studie war es, das Spektrum des klinischen Erscheinungsbildes anhand eines großen, multinationalen Patientenkollektivs zu beschreiben, und bisher diskutierte, potentielle Triggerfaktoren zu evaluieren.
Zu diesem Zweck wurden epidemiologische, klinische, immunpathologische und geburtshilfliche Daten von 181 Patientinnen mit PEP untersucht, welche zwischen 1977 und 2004 an zwei Universitätshautkliniken in Graz bzw. London gesehen wurden.
Folgende wesentliche Charakteristika konnten festgestellt werden: PEP manifestierte sich vorwiegend in Erstgebärenden (70%), kaukasischer Abstammung (88%), in der Spätschwangerschaft (83%; durchschnittlicher Krankheitsbeginn: 34 ± 5 Schwanger-schaftswochen) oder unmittelbar postpartal (15%). Die am häufigsten betroffenen Körperregionen waren das Abdomen und die proximalen Oberschenkeln (97%), wobei die Hautveränderungen eine besondere Assoziation zu den Striae distensae aufwiesen und die Nabelregion charakteristischerweise aussparten. Ein Befall des gesamte Integuments, einschließlich Gesicht, Handflächen und Fußsohlen, wurde hingegen nur selten beobachtet. Morphologisch dominierten zu Beginn der Erkrankung typische urtikarielle Papeln und Plaques (98%), in der Folge zeigten jedoch mehr als die Hälfte der Patientinnen (51%) ein polymorphes Erscheinungsbild mit flächigen Erythemen, Vesikulation, targetoiden und ekzematösen Läsionen. In der Mehrzahl der Fälle reichte die topische Therapie mit Steroiden und rückfettenden Externa aus, um die Erkrankung zu beherrschen, welche durchschnittlich binnen 4 ± 3 Wochen abheilte. Weiters beobachteten wir einen hohen Prozentsatz an Mehrlingsschwangerschaften (13%) und verstärkter mütterlicher Gewichtszunahme (78%) unter unseren Patientinnen.
Unsere Ergebnisse bestätigen den benignen, selbst-limitierenden Verlauf von PEP und die gute Prognose für Mutter und Kind. Erstmalig konnte gezeigt werden, daß es bei dieser Erkrankung zu einer charakteristischen Veränderung des klinischen Bildes mit zunehmender Krankheitsdauer kommt. Die Tatsache, daß mehr als die Hälfte der untersuchten Patientinnen polymorphe Läsionen aufwiesen, unterstützt die Verwendung des Terminus „PEP“ gegenüber „PUPPP“. Bezüglich bisher diskutierter, potentieller Triggerfaktoren konnten wir eine Assoziation von PEP mit Mehrlingsschwangerschaften und exzessiver mütterlicher Gewichtszunahme, jedoch nicht mit erhöhtem Gewicht oder spezifischem Geschlecht des Neugeborenen, bestätigen.
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