Nesbit M, Schaider H, Miller TH, Herlyn M:
"Low-level
monocyte chemoattractant protein-1 stimulation of monocytes leads to tumor
formation in nontumorigenic melanoma cells."
Journal of Immunology 166:
6483-6490 (2001)
Deutsche Kurzfassung:
Physiologische Konzentrationen
des "Monocyte Chemoattractant Protein - 1" stimulieren monozytäre
Zellen, die ein Tumorwachstum von in vivo nicht-tumorigenen Melanomzellen ermöglichen
Tumoren
produzieren sogenannte Chemokine, welche für die Rekrutierung von Entzündungszellen
verantwortlich sind. Die Bedeutung dieser Tumor - infiltrierenden Entzündungszellen,
unter ihnen Monozyten, für die Biologie des Tumors und für die weitere
Prognose ist jedoch weitgehend unbekannt. Aus früheren Arbeiten geht hervor,
daß Monozyten sowohl in der Lage sind Tumorwachstum zu inhibieren, als
auch zu stimulieren. Diese Janusköpfigkeit von Chemokinen hat zu einigen
Problemen in der Auslegung der Relevanz von entzündlichen Infiltraten für
die Prognose von soliden Tumoren geführt.
In diesem Artikel zeigten
wir erstmalig, daß sich auf Basis eines Chemokine Gradienten das Tumorwachstum
modulieren läßt. "Monocyte Chemoattractant Protein - 1"
(MCP-1), ein Chemokine, welches vor allem Monozyten rekrutiert, wurde
von 30 Melanomzelllinien jedoch nicht von Melanozyten produziert. Unter Zuhilfenahme
eines adenoviralen Vektorsystems, welches dazu benutzt wurde um eine Produktion
von MCP-1 in Melanomzellen über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen zu gewährleisten,
konnten wir nachweisen, daß niedrige Konzentrationen von MCP-1 zu einem
mäßigem Monozyteninfiltrat führen. Dieses mäßige
Monozyteninfiltrat ermöglichte es Melanomzellen, welche normalerweise in
immunsupprimierten Mäusen keine Tumoren bilden können, zu wachsen.
Hohe Konzentrationen an MCP-1, die unphysiologisch sind, zeigten jedoch ein
massives Monozyteninfiltrat. Unter diesen Bedingungen konnten die Melanomzellen
nicht überleben, da bekannt ist, daß aktivierte Monozyten zur Nekrose
von Tumorzellen beitragen.
Das Tumorwachstum bei niedrigen Konzentrationen
von MCP-1 war auf eine gesteigerte Gefäßneubildung zurückzuführen.
In vitro beobachteten wir, daß der Überstand aus Kulturen von Monozyten
und Melanomzellen, die MCP-1 produzierten, bei Endothelzellen zur Bildung gefäßähnlicher
Strukturen führte. Ein Protein, das ursächlich für diese "Gefäßneubildungen"
in Frage kommt ist TNF-alpha.
Lebenslauf:
Reviewer and Co-Reviewer:
American Journal of Pathology, Cancer Research, Melanoma Research, Journal of Clinical Investigations, Journal of Immunology, Lancet Oncology, Journal of Investigative Dermatology, Oncogene, Laboratory Investigations, Clinical Cancer Research