Dr. Helmut Schaider  -  Hans Weitgasser-Preisträger 2001


Nesbit M, Schaider H, Miller TH, Herlyn M:
"Low-level monocyte chemoattractant protein-1 stimulation of monocytes leads to tumor formation in nontumorigenic melanoma cells."
Journal of Immunology 166: 6483-6490 (2001)

 

Deutsche Kurzfassung:

Physiologische Konzentrationen des "Monocyte Chemoattractant Protein - 1" stimulieren monozytäre Zellen, die ein Tumorwachstum von in vivo nicht-tumorigenen Melanomzellen ermöglichen
Tumoren produzieren sogenannte Chemokine, welche für die Rekrutierung von Entzündungszellen verantwortlich sind. Die Bedeutung dieser Tumor - infiltrierenden Entzündungszellen, unter ihnen Monozyten, für die Biologie des Tumors und für die weitere Prognose ist jedoch weitgehend unbekannt. Aus früheren Arbeiten geht hervor, daß Monozyten sowohl in der Lage sind Tumorwachstum zu inhibieren, als auch zu stimulieren. Diese Janusköpfigkeit von Chemokinen hat zu einigen Problemen in der Auslegung der Relevanz von entzündlichen Infiltraten für die Prognose von soliden Tumoren geführt.
In diesem Artikel zeigten wir erstmalig, daß sich auf Basis eines Chemokine Gradienten das Tumorwachstum modulieren läßt. "Monocyte Chemoattractant Protein - 1" (MCP-1), ein Chemokine, welches vor allem Monozyten rekrutiert,  wurde von 30 Melanomzelllinien jedoch nicht von Melanozyten produziert. Unter Zuhilfenahme eines adenoviralen Vektorsystems, welches dazu benutzt wurde um eine Produktion von MCP-1 in Melanomzellen über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen zu gewährleisten, konnten wir nachweisen, daß niedrige Konzentrationen von MCP-1 zu einem mäßigem Monozyteninfiltrat führen. Dieses mäßige Monozyteninfiltrat ermöglichte es Melanomzellen, welche normalerweise in immunsupprimierten Mäusen keine Tumoren bilden können, zu wachsen. Hohe Konzentrationen an MCP-1, die unphysiologisch sind, zeigten jedoch ein massives Monozyteninfiltrat. Unter diesen Bedingungen konnten die Melanomzellen nicht überleben, da bekannt ist, daß aktivierte Monozyten zur Nekrose von Tumorzellen beitragen.
Das Tumorwachstum bei niedrigen Konzentrationen von MCP-1 war auf eine gesteigerte Gefäßneubildung zurückzuführen. In vitro beobachteten wir, daß der Überstand aus Kulturen von Monozyten und Melanomzellen, die MCP-1 produzierten, bei Endothelzellen zur Bildung gefäßähnlicher Strukturen führte. Ein Protein, das ursächlich für diese "Gefäßneubildungen" in Frage kommt ist TNF-alpha.

Lebenslauf:

Reviewer and Co-Reviewer:

American Journal of Pathology, Cancer Research, Melanoma Research, Journal of Clinical Investigations, Journal of Immunology, Lancet Oncology, Journal of Investigative Dermatology, Oncogene, Laboratory Investigations, Clinical Cancer Research

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