Dr.
Laila El Shabrawi-Caelen -
Hans Weitgasser-Preisträgerin
2001
El Shabrawi-Caelen L, White WL, Soyer HP, Kim B-S,
Frieden IJ, McCalmont TH:
"Rudimentary meningocele: remnant of a neural tube
defect?"
Archives of Dermatology 137: 45-50 (2001)
Deutsche Kurzfassung:
Rudimentäre Meningocele: Rest
eines Neuralrohrdefektes?
- Was versteht man unter einer rudimentären
Meningocele?
Es handelt sich um eine Malformation, bei der meningeales
Gewebe in Haut und Subkutis nachweisbar ist.
- Wieso habe ich noch nie von dieser Erkrankung
gehört?
Diese Malformation ist relativ selten und in der Literatur
unter vielen verschiedenen Begriffen, wie etwa kutanes Meningeom, sequestrierte
Meningocele, acoelisches meningeales Hamartom etc. bekannt.
- Wie äußert sich die rudimentäre
Meningocele?
Klinisch findet sich am behaarten Kopf oder entlang
der Wirbelsäule ein kongenitaler hautfarbener oder erythematöser,
oft haarloser Fleck, eine Papel oder Knoten. Selten kann diese Malformation
auch als Bulla imponieren. Meist liegt eine solitäre Läsion vor.
Bemerkenswert ist in einigen Fällen das Vorliegen eines Haarkranzes
um die Malformation, welcher in der Literatur als sogenanntes "hair collar
sign" bekannt ist. Dieser Haarkranz sollte den Kliniker auf die Möglichkeit
eines kranialen Dysraphismus (Meningocele, rudimentäre Meningocele,
Encephalocele, membranöse Aplasia cutis) aufmerksam machen.
- Weshalb ist diese Malformation von Interesse?
Über
die Pathogenese dieser Anomalie finden sich in der Literatur unterschiedlichste
Auffassungen. Meinen einige Autoren, dass es sich um eine Variante einer
sequestrierten Meningocele handelt, glauben die anderen, dass sich hierbei
lediglich einige meningotheliale Zellen in die Haut verirrt hätten.
Neueste Erkenntnisse über den Neuralrohrschluß beim menschlichen
Embryo/Fetus und bei Tierexperimenten allerdings lassen auf eine enge Verwandtschaft
mit der klassischen Meningocele schließen. Damit sind die Prädilektionsstellen
der rudimentären Meningocele, darunterliegende Defekte des Schädels,
rudimentäre Verbindungen mit dem ZNS aber auch das Phänomen der
genetischen Disposition zu erklären.
- Weshalb ist die rudimentäre Meningocele
für den Dermatologen von Belang?
Da es sich um eine eher seltene
Anomalie handelt, wird die rudimentäre Meningocele vom Kliniker oft
verkannt. Klinische Differentialdiagnosen reichten in unserer Studie von
einem Hämangiom, Epidermis,-Tricholemmalzyste, melanozytären Nävus
bis zur Aplasia cutis. In lediglich 3/13 Fällen wurde ein kranialer/spinaler
Dysraphismus in Betracht gezogen. Abgesehen von der Diagnose ist man sich
über das weitere Procedere oft nicht im Klaren. Aufgrund der wahrscheinlichen
Verwandtschaft mit der klassischen Meningocele sollte bei Verdacht auf eine
rudimentäre Meningocele, das heißt bei jeder kongenitalen Läsion
am behaarten Kopf und entlang der Wirbelsäule, eine exakte radiologische
Abklärung vor einem operativen Eingriff erfolgen. Sogar eine Stanzbiopsie
kann im Falle einer Verbindung zum darunterliegenden ZNS zum Liquoraustritt
und anschließenden Meningitis führen.
Lebenslauf:
- Geboren 1970 in Graz
- 1988 - 1994 Medizinstudium
in Graz
- 1996 - 1997 Dermatopathology
Fellow / Dept. of Dermatology and Pathology / University of California
/ San Francisco
- 1997 - 2001 Fachausbildung
in Dermatologie
Sonstiges:
- Mitglied des Executive Committee der
International Society of Dermatopathology
- Reviewer des American Journal of Dermatopathology
Schwerpunkte:
- Dermatopathologie
- Kutane Lymphome
>Seitenanfang | >Preisträger