Dr. Gunter SturmDr. Gunter Sturm  -  
Hans Weitgasser-Preisträger 2007


Sturm GJ, Heinemann A, Schuster C, Wiednig M, Groselj-Strele A, Sturm EM, Aberer W:
"Influence of total IgE levels on the severity of sting reactions in Hymenoptera venom allergy."
Allergy 62: 884-889 (2007)

 

Deutsche Kurzfassung:

Einfluss des Gesamt-IgE auf den Schweregrad von systemischen anaphylaktischen Insektenstichreaktionen

 

Hintergrund: Die Bestimmung von spezifischem IgE für Bienen- und Wespengift ist gemeinsam mit dem Hauttest die Methode der Wahl in der Diagnostik der Insektengiftallergie. Die Höhe des spezifischen IgE erlaubt jedoch keine Aussage über das neuerliche Auftreten von anaphylaktischen Stichreaktionen und deren Schweregrad. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss des Gesamt-IgE auf den Schweregrad der Stichreaktionen zu untersuchen.

Methoden: 220 Patienten, die eine anaphylaktische Reaktion nach einem Hymenopternstich zeigten, wurden prospektiv in die Studie eingeschlossen. Zur Abklärung bestimmten wir das Gesamt- und spezifische IgE und führten einen Intrakutantest durch; zum Ausschluss einer unspezifischen Reaktion wurde die Serum Tryptase bestimmt. Je nach Höhe des Gesamt-IgE erfolgte eine Einteilung der Patienten in 3 Gruppen (<50, 50-250, >250 kU/L).

Ergebnisse: Patienten mit milden Reaktionen (Grad I; generalisierte Hautsymptome) hatten ein höheres Gesamt-IgE (248,0 kU/L) im Vergleich zu Patienten mit mittelgradigen Symptomen (Grad II; laryngeale Dyspnoe, Schwindel, Übelkeit; 75,2 kU/L) und schweren Reaktionen (Grad III, Asthma, Erbrechen, allergischer Schock, Bewusstlosigkeit; 56,6 kU/L; p < 0,001). 25% der Patienten mit niedrigem Gesamt-IgE (<50 kU/L), jedoch niemand mit einem Gesamt-IgE >250 kU/L  entwickelten eine Bewusstlosigkeit nach dem Stich (p = 0,001). Die mittlere Höhe des spezifischen IgE betrug bei Patienten mit einem Gesamt-IgE <50 1,6 kU/L, bei Patienten mit einem Gesamt-IgE >250 7,1 kU/L (p < 0,001). Die Höhe des spezifischen IgE korrelierte invers mit dem klinischen Schwergrad, hier war jedoch nur ein statistischer Trend zu beobachten (p = 0,083).

Schlussfolgerung: Patienten mit einer Insektengiftallergie und hohem Gesamt-IgE (>250 kU/L) zeigten primär Grad I und Grad II Reaktionen und erschienen vor Grad III Reaktionen geschützt. Weiters waren die spezifischen IgE Titer abhängig vom jeweiligen Gesamt-IgE. Diese Ergebnisse sollten dennoch  mittels einer Studie mit Stichprovokationen bestätigt werden.

 

Lebenslauf:

 

Schwerpunkte:

Insektengiftallergie, Allergiediagnostik (Flowzytometrie)

 

Sonstiges:

Reviewer von Allergy

Technischer Koordinator in der Europäischen BAT („Basophilen-Aktivierungstest“) Arbeitsgruppe

 

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